Wilerbähnli

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Die Wilerbahn ist in ihrer bald 125 Jährigen wechselvollen Geschichte, durch einige Hoch und Tiefs gefahren. Nach dem Ersten Weltkrieg als die Züge der kleinen Frauenfeld Wil Bahn noch mit Dampflokomotiven verkehrten, war die Bahn arg gefährdet durch den strengen Bahnbetrieb und die grosse Teuerung wuchsen die Betriebsdefizite an. Die Verantwortlichen hatten den Mut die Bahn zu modernisieren und so wurden die Dampflokomotiven im November 1921 durch drei elektrische Triebwagen und eine Güterzugslokomotive ersetzt.

In neuerer Zeit wurde wiederholt von der Strassen – Lobby versucht die Frauenfeld Wil Bahn stillzulegen und durch einen Busbetrieb zu ersetzten das ist zu Glück gescheitert.

Das 21. Jahrhundert hat für die FW nicht gerade verheissungsvoll angefangen, die in finanzielle Schwierigkeiten geratene Mittelthurgau Bahn mit der sie seit 1950 eine gemeinsame Direktion hatten und die Forderung, eines Transportunternehmer den Bahnbetrieb auf Bus umzustellen hat die Zukunft nicht rosig scheinen lassen. Nach dem Zusammenbruch der MThB suchte der Verwaltungsrat der Frauenfeld Wil Bahn AG, einen neue Partner. Die ebenfalls  Meterspurige Appenzellerbahnen wurde mit den Verwaltungsaufgaben als neuer Partner betraut.

Die Diskussion Bahn oder Busbetrieb im Murgtal musste der Kanton als Miteigentümer und Besteller des Regionalverkehrs einen Grundsatzentscheid zu treffen. Bis zur Klärung der Betriebsart, wurden die Investitionen gestoppt. Die durch den Kanton Thurgau in Auftrag gegebene Studie bezüglich Betriebsart im Murgtal ist hervorgegangen, das ein Bahnbetrieb sinnvoller ist, als ein billigeren Busbetrieb. Es ist ein weiser entscheid der Kantonsregierung sich für die Zukunftsweisender aber teurere Bahnbetrieb auszusprechen uns sich nicht aus Finanzpolitische Gesichtspunkte für eine günstigere Busvariante zu entscheiden.

Die Studie zeigte auch einen möglichen Ausbau des Bahnbetriebes auf. Unter anderem wurde einen Viertelstundentakt auf Teilabschnitten vorgeschlagen um die Anschlüsse in Frauenfeld und Wil optimal zu gewährleisten.

Die Zukunft gehört den Edelsteinen

Nachdem die Turbulenzen überwunden worden sind, können nun Investitionen getätigt werden. Die vom Bund vorgeschrieben Sanierung von unbewachten Bahnübergängen was bei der Frauenfeld Will Bahn sehr zahlreich vorhanden sind ist eine der dringlichsten aufgaben um den Bahnbetrieb sicherer zu machen.

Für die Passagiere am augenfälligsten werden die  neuen Niederflur-Triebzüge „DIAMANT“ (Dynamischer, Innovativer, Attraktiver, Moderner, Agiler Nahverkehrstriebzug) von Stadler Rail in Bussnang sein. Für das Thurgauer Unternehmen Stadler ist es, bereits das zweite mal dass sie der FW Triebwagen liefern können. Die Anfangs der 90er Jahre gebauten zwei Triebwagen die ein Nachbau von denen  in den 80er Jahren gebauten FFA Trieb und Steuerwagen darstellt. Mit den Triebzügen hält auch bei der Wilerbahn die 1. Klasse wieder Einzug, sie hatte bereits zwischen 1956 (Klassenreform) und ende der 60er Jahre, bereits eine erste Klasse.  Im Sommer wird das Reisen, mit den klimatisierten Fahrzeuge wesentlich angenehmer.

Doppelspur für die FW

Im neuen Richtplan der Region Frauenfeld ist zu entnehmen das für die Frauenfeld Wil Bahn zwei Doppelspurabschnitte im Lüdem und in Jakobstal vorgesehen sind.

Ob die Rheinstrasse in Frauenfeld im Zusammenhang der Gleiserneuerung ein zweites Gleis  in Verkehrsfluss Richtung erhält wird die Zeit zeigen.

Ende, des Rollbockverkehr

Der Rollbockzüge sind Geschichte, gemäss Thurgauerzeitung  verkehrste Ende Mai 2011 der letzte Normalspurgüterwagen mit Hilfe von Rollböcken auf der Frauenfeld Wil Bahn. Der Rollbockverkehr wurde 1977 bei der FW eingeführt, dadurch konnte Güter ohne zeitraubenden Umlad ihr Ziel im Murgtal erreichen. 1984 wurde die Rollbockverladeanlage erweitert. Der Güterverkehr wurde um die Jahrtausendwände eingestellt und die Rollböcke wurden nur noch für Dienstzüge verwändet.

Ein paar Daten zur Willerbahnfw wil

Betriebseröffnung: 1.September 1887

Elektrifikation: November 1921

Betriebslänge 17.447km

Spurweite 1000mm

Stromsystem Gleichstrom 1200 V

Rollmaterial:

Triebwagen

Be 4/4 11 – 15 (Bj.1984/85) Hersteller FFA/BBC

Be 4/4 16 – 17 (Bj. 1992) Hersteller: Stadler / ABB

Steuerwagen

Bt 111 – 114 (Bj. 1984/85) Hersteller FFA/BBC

Buchhinweis:

Im Jubiläumsjahr 1987 als die Wilerbahn ihr 100 Jähriges bestehen feiern konnte, erschien im Verlage MINIREX in Luzern das Buch von Hans Waldburger Die Frauenfeld Wil Bahn Geschichte einer Regionalbahn von 1887 – 1987. Ich kann dieses Buch für alle Interessierten wärmstes empfehlen. Mein Buch ist etwas Abgegriffen und sehr oft gelesen worden. Ich hoffe, dass der Verlag auf den 125 jährige Geburtstag eine aktualisierte Neuauflage heraus gibt.

 

 

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