Die Mittelthurgaubahn war Mitte der 90er Jahre ein vorzeige Bahnunternehmen, nach aussen sah alles tippt top aus, die MThB gewann Unternehmerpreise. Plötzlich erschienen kritische Meldungen in der Nationalen Sonntags Presse, die irgend wie nicht zu diesem Musterbetrieb passten. In den Regionalen Medien waren dies Meldungen noch kein grosses Thema.

Die Meldungen waren am Anfang noch relativ klein, das Unternehmen konnte nach außen immer noch den Schein vermitteln das alles in Normalen Verhältnis sei. Als das Reisebüro Mittelthurgau, ein Gemeinschaftsunternehmen zwischen der Mittelthurgaubahn und der Frauenfeld Wil Bahn im Oktober 2001 die Nachlasstundung beantragt hatte, war den meist nicht bewusst wie es um die ganze Gruppe finanziell geht. Die MThB hatte vom Reisebüro Mittelthurgau den Bahnbereich mit den Nostalgiefahrten übernommen. Für die anderen Betriebsteile wurden Käufer gefunden.

NPZ MThB Tägerwilen
Peter Sutter, Archiv Tramclub Basel

Der erste Dominostein vom Untergang

Der erste Stein des Untergangs der Mittelthurgaubahn in der Öffentlichkeit, war ganz klar die Nachlasstundung des Reisebüro Mittelthurgau im Oktober 2001. Die Mittelthurgaubahn, Frauenfeld Wil Bahn, Lokoop und Reisebüro Mittelthurgau waren Personell in Führungsstufen und Verwaltungsrat eng verzahnt.

Die Öffentlichkeit wusste nicht das die Mittelthurgaubahn schon bereits 1999 Liquidität Schwierigkeiten hatte. Jetzt im Nachhinein fragt man sich warum wurde durch den Verwaltungsrat nicht gehandelt? Die Pleite einer Person in die Schuhe schieben kann man hier bestimmt nicht.

Die Aufsicht hat gefehlt

Eines hat sich gezeigt, bei der Mittelthurgaubahn hat es an Aufsicht gefehlt. Da haben mehrere ebenen ihren Job nicht richtig gemacht. Und ich denke einige dinge Waren auch Politischer Natur die nicht wollten das es Starke Privatbahnen gibt. In einem Unternehmen ist ganz klar der Verwaltungsrat verantwortlich wie die Firma geführt wird, er Muss die Geschäftsleitung kontrollieren. Wenn eine Firma sehr schnell wächst müssen natürlich auch die Organisation verändert werden. Plötzlich kann der Direktor nicht mehr alles selbst überwachen, er braucht dafür Führungskräfte.

Aber auch das Bundesamt für Verkehr hat doch seine Aufsicht nicht war genommen. Wurden die Betriebsrechnung der Bahn wirklich geprüft? Ich denke da an den Postautoskandal, wo es auch um Subventionen ging. Gut bei der MThB wurden die Subventionen vergessen zu beantragen und das Geld abzurufen.

Musste der Untergang der Mittelthurgaubahn wirklich geschehen? Oder gäbe es heute dieses Unternehmen noch wenn alle ihre Hausaufgaben gemacht hätten?

Was waren die Hauptgründe des Untergangs?

Für den Untergang der Mittelthurgaubahn gab es nicht einfach einen Grund weshalb die Bahn in Liquiditäts Schwierigkeiten geriet. Der wichtigste Grund war das es bei der Aufsicht und Führung des Unternehmens Mängel gab. Wenn kontrolliert worden wäre, dass die zustehenden Subventionen auch abgerufen geworden wäre, wären so einige Millionen mehr in der Kasse gewesen.

Die Umstrittenen Bauvorhaben der Mittelturgaubahn an der Seelinie, sind sicherlich auch ein grosser teil des Problems. Auch wenn die Kosten vom Bund übernommen werden, heisst das nicht das die bahn das Geld für diese Invasion auch Bar erhält. Viel mehr wurden die Geldbeträge in Drachen über mehrere jähren ausbezahlt, dann ist es nicht verwunderlich das ein Unternehmen in Finanznot kommt.

Ein weiterer Grund muss bei geänderten Umfeld der Eisenbahn gesucht werden. Jahrzehnte lang decken der Bund und Kantone die Defizite der Bahn- und Busunternehmen, dann wollte man Wettbewerb haben, die Mittelthurgaubahn nahm den Wettbewerb an. Unter neuen Rahmenbedingungen wurden die Fehlbeträge nicht mehr gedeckt. Um Regionalverkehr anbieten zu können wurde einen Betrag festgesetzt der die Unternehmung für diese Leistung erhält. Da die Mittelthurgaubahn eine starke Güterbahn war, Subventionierte der Güterverkehr auf der Stammlinie den Personenverkehr. Als die SBB die Systemführerschaft im Wagenladungsverkehr übernahm, verlor die MThB ein grosser Teil ihres Güterverkehrs auf ihrer Strecke. Somit hatte die Bahn weniger einnahmen wie geplant.

Die Gläubiger der Mittelthurgaubahn

Die Mittelthurgaubahn war nie eine Finanzstarke Eisenbahngesellschaft. Sie konnte den Personenverkehr nur dank Öffentlichen Gelder aufrecht erhalten. So erstaunt es auch nicht das die Öffentlichehand ein sehr grosser Gläubiger war. Aber auch die Banken und Leasing Gesellschaften haben gutvon der MThB gelebt. Aber auch die SBB hatte sehr viel Geld in der Mittethurgaubahn, nicht als Investition sonderfern mehr Unbezahlte Trassen Gebühren und Pachtzinse der Seelinie. Aber auch die Frauenfeld Wil Bahn hatte ein Guthaben gegenüber der Mittelthurgau Bahn.

Die Thurbo war der Ausweg

GTW in weinfelden Thurbo
GTW der Thurbo, er wurde für die Seelinie gebaut und an die Mittelthurgaubahn abgeliefert

Als es zusehend enger um die Mittelthurgaubahn wurde, musste eine Lösung für den Personenverkehr und Infrastruktur gefunden werden. Im jähr 2000 kündigten die SBB und die Mittelthurgaubahn an, den Regionalen Personenverkehr in eine gemeinsame Tochter auszulagern. Das neue Unternehmen mit dem Projektnahmen Regionalbahn Ostschweiz sollte die MThB 40% und die SBB 60% der Aktien halten. Das neue Unternehmen sollte sehr schlanke Strukturen haben und sehr viele Dienstleistungen bei den Mutterunternehmen einkaufen. Aus RBO wurde nach einem Ideenwettbewerb für den Namen das Unternehmen Thurbo mit Sitz in Kreuzlingen. Als SBB und MThB der neuen Gesellschaft as benötigte kapital für Triebwagen Beschaffung zur verfügung stellen sollte, konnte die Mittelthurgaubahn ihren Anteil nicht aufbringen. So wurde die Nötigen Mittel von den SBB aufgebracht. Die SBB gestand der MThB später, sich bis 10 % an der Thurbo zu beteiligen.

Der Untergang droht

Da die Lager immer aussichtsloser erschien musste der Kanton Thurgau handeln. Die SBB wollten von der MThB keine Aktienmehrheit erwerben, sie begründeten dies wegen den Risiken und dem SBB Gesetzt. Es musste eine andere Lösung her, man füberfphrte von der Mittelthurgaubahn die Infrastruktur der Stammlinie in die Buchhaltung der Thurbo. Die Thurbo wollte operativ keine Eisenbahnstrecke betreiben und gab die Betriebsführung den SBB. Mittlerweile gehört die MThB Stammlinie der Schweizerischen Bundesbahn.

Das meiste Rollmatrial und restliche Betriebsteile wurden aufgeteilt zwischen Thurbo und SBB Cargo.

Was nach dem Untergang der Mittelthurgaubahn erhalten blieb

Links

Verein Historische Mittel-Thurgau-Bahn 

Thurbo

 

 

Omio Many Geos