Bild von: Jan Oosterhuis, MThB Bt, CC BY-SA 3.0

Für die Mittelthurgaubahn war die Übernahme der Seelinie sicherlich der Höhepunkt Ihrer Geschichte, gleichzeitig war es auch der Anfang vom Ende der MThB. Mit der „Privatisierung“ der Bahnstrecke von Schaffhausen nach Romanshorn wurde zweifellos sehr viel erreicht. Nicht nur Regional betrachtet sondern auch auf Nationaler Ebene wurden Regionalbahnen wieder mehr in den Mittelpunkt der Politik gestellt.

Nach dem Bundesrats Entscheid übergab die SBB die Bahnlinie relativ zügig der Mittelthurgaubahn, so das dir neue Betreiberin von Beginn weg die Verantwortung für Strecke und Betrieb hatte. So übernahm die MThB den Betrieb der Seelinie bereits am 1. Juni 1997 mit gemieteten Fahrzeugen von den SBB und fuhr den gewohnten Fahrplan übergangsweise weiter. Für die Passagiere änderte sich ausser dem Logo an den Bahnhöfen nichts.

Das Bauprogramm der Mittelthurgaubahn war sehr umfangreich, sie Baute zum Beispiel das von den SBB entfernte Kreuzungsgleis in Altnau wieder auf. Während den Bauarbeiten wurden mehrfach festgestellt, das Zusatzarbeiten Notwendig sind um den Bahnbetrieb Wirtschaftlich und sicher betreiben zu können.

Die Zusatz Bauten und Projektänderungen hätten eigentlich von den Bundesbehörden abgesegnet werden müssen, die MThB baute teilweise ohne das ok aus Bern abzuwarten, was dann später zur Liquiditäts Engpässen der MThB  geführt hatten. Den für diese Bauen standen öfters keine Bundesmittel zur Verfügung, oder wurden erst nach Auseinandersetzung doch gewährt.

 

Der neue Fahrplan, kam zu früh

Schon nach einem Jahr führte die Mittelthurgaubahn im Frühling 1998 Ihr Fahrplankonzept für die Seelinie ein. Obwohl die Bahninfrastruktur noch nicht so weit angepasst war um einen Störungsfreien Betrieb zu gewährleisten. So fehlte z. B. das Kreuzungsgleis in Altnau, was dazu führte das die Züge an einer anderen stelle sich Kreuzen mussten und die Züge erhielten dadurch Verspätung. Nicht nur die Infrastruktur war noch nicht für das neue Seelinien Zeitalter gerüstet, auch das neue Rollmaterial war noch nicht vorhanden. So wurde der Fahrplan sehr unzuverlässig und die Anschlüsse konnten auf andere Linien nicht mehr gewährleistet werden.

Um den Fahrplan etwas verlässlicher zu machen setzte die Betriebsleitung der Mittelthurgaubahn, teilweise Buse ein. So konnten wieder vermehrt Anschlüsse an benachbarten Bahnlinien gewährleistet werden.  Die fehlenden Streckenbauten wurden nach und nach fertiggestellt und die ersten neuen Triebwagen konnten den Betrieb ebenfalls aufnehmen. Somit entspannte sich die Lage auf der Seelinie nach und nach.

 

Der richtige Zeitpunkt

Der optimale Zeitpunkt für die Umstellung auf das neue Konzept wäre im Herbst anfangs Winter gewesen wo die grössten und wichtigsten Bauarbeiten beendet waren und die ersten neuen Fahrzeuge am anrollen waren. Die Mittelthurgaubahn wollte keinen eigenen Fahrplanwechsel für die Seelinie vornehmen und hat leider zu diesem Fehlentscheid geführt. Es ist noch dazu zufügen das der Fahrplanwechsel zu dieser Zeit im Frühjahr stadtfand und nicht wie heute Anfang Dezember. Mit etwas gutem willen wäre bestimmt einen Ausserordentlicher Fahrplanwechsel für die Konzeptumstellung möglich gewesen, mit am Anfang etwas schlechteren Anschlüsse für ein Teil der Reisenden, was unfreiwillig ja trotzdem passierte.

GTW 2
Thurbo Gelenktriebwagen 2. Generation

Die Seelinie wurde trotzdem zum erfolg

Nach dem die Anfangspannen überwunden werden konnten und das geplante Fahrplankonzept eingefügt war wurde wurde die Seelinie doch noch zu einer erfolgsstory. Am geplanten Konzept wurde noch etwas geschaut, so wurden die Schnellzüge die mit Rollmaterial von der Bodensee Toggenburg Bahn geführt wurden aus dem Fahrplan gekickt. Dafür verkehren die Züge am Untersee durchgehend im 30 Minuten Takt.
Die Seelinie wird heute von der Thurbo AG nach dem Konzept der Mittelthurgaubahn betrieben, die Infrastruktur ist nach dem ableben der MThB an die SBB zurückgefallen.
Omio Many Geos