Triebwagen MThB Siegershausen
Peter Sutter, Archiv Tramclub Basel

Mit der elektrifikation hat die Mittelthurgaubahn sicherlich eines der aufwändigsten Modernisierungs Programme ihrer Geschichte auf die Gleise gebracht. Das ziehen und feilschen um eine Regionalbahn zu moderniesern war bestimmt ausserordentlich, den keine andere Schweizer Eisenbahngesellschaft hatte so einen umfangreichen und intensiven Betrieb mit Dieseltriebwagen während eines viertel Jahrhunderts. Die Dieseltriebwagen waren sicherlich mittel zum Zweck, da die Elektrifikation auf sich warten lies.

Nun ist es vollbracht, die Mittelthurgaubahn konnte am 24. September 1965 den elektrischen Betrieb auf der Strecke Wil – Kreuzlingen aufnehmen (Die Strecke Kreuzlingen nach  Konstanz war Bereis elektrifiziert und gehört den SBB). Die ersten einzelnen Züge fuhren bereits im Sommer 1965 auf der MThB mit elektrischen Energie, so wurde der Schnellzug von Konstanz nach Zürich und einzelne Güterzüge für eine Baustelle geführt.

Bescheidene Rollmaterialpark der MThB

mthb Triebwagen in grün
Peter Sutter, Archiv Tramclub Basel

Zur elektrifikation der Mittelthurgaubahn wurden nur sehr bescheide Inventionen in den Rollmaterialpark getätigt. Die MThB beschaffte:

  • 5 Triebwagen
  • 2 Steuerwagen
  • 3 Reservedrehgestelle

Mit diesem kleinen Wagenpark sollte die MThB den Betrieb zwischen Wil und Konstanz durchführen, was einfacher gesagt ist als getan. Da der Güterverkehr dank dem Bau von Tankläger massiv zugenommen hat mussten die “arbeitslos gewordenen” Dieseltriebwagen wieder für Personenzüge herangezogen werden. 1969 einspannte sich die lage mit dem Erwerb eine Universallokomotive Re 4/4 II 21, diese leistungsstarke Lokomotive konnte in Vielfachsterung mit den Triebwagen auch schwere Güterzüge  befördern.

Auch mit der Beschaffung eine Lokomotive musste die Mittelthurgaubahn Rollmaterial bei anderen Bahnen Mieten. Meisten wurde bei den SBB das Kurzfristig benötigte gemietet, aber auch Triebwagen von der BLS- Gruppe mussten schon einspringen wenn das rollmaterial länger in die Werkstatt musste.

Die Modernisierung geht weiter

Nach dem die Traktion nun elektrischen Triebfahrzeuge übernommen haben, musste die Stecke für höhere geschwindigkeiten und schwerer Züge ausgelegt werden. Um den Bahnbetrieb sicherer und rationeller zu betreiben hatte die MThB Geld in die Stellwerktechnik investiert. Die Strecke der Mittelthurgaubahn konnte ab 1973 zentral aus den Fahrdienstbüro des SBB Bahnhofs Weinfelden gesteuert werden. So war es möglich den Fahrplan auch in Randzeiten auszubauen.

Ein Gleis ist nur so stabil wie der Untergrund auf dem es verlegt wurde um auch schwere Güterzüge über die Thur zu fahren musste die Thurbücke zwischen Weinfelden und Bussnang Anfang der 1970er Jahre ersetzt werden.

Invention für die Katze

Die Mittelthurgaubahn überquerte in Kreuzlingen die Seelinie der SBB mittels einer Bücke, diese Brück aus den Anfangszeit der MThB, musste kurze Zeit vor der neutrassierung des Abschnitts Kreuzlingen nach Bernrain ersetzt werden obwohl es absehbar das die Brücke in Zukunft nicht mehr benötigt wird.

Der Ersatz dieser Brücke war zwingen, den die schweren Öl Züge vermochte die kleine Brücke nicht mehr Tragen. Es ist nicht auszumalen war passieren konnte wenn diese Brücke nicht ersetzt worden wäre.

Um einen Reibungslosen Bahnbetrieb zu gewährleisten braucht jede Bahn eine Werkstatt, die Depot anlagen in Weinfelden der MThB waren veraltet auch wenn sie für die Dieseltriebwagen durch eine Triebwagenhalle ergänzt wurde reichte das nicht für eine moderne Bahn.

Anfang  der 1970er Jahren Baute die Mittelthurgaubahn in Weinfelden ein neues Depot, mit fünf  Gleisen. Die Länge des Depot war für Zweiwagen Züge konzipiert, was wohl zu dieser Zeit ausgereicht hat. In den 90er Jahren wäre man froh gewesen wenn die Halle etwas länger gewesen wäre, so das die Pendelzüge nicht für jeden Werkstatt Aufenthalt  geteilt werden müssen.

Auch die Stationen wurden Modernisiert oder gleich neu gebaut wie z. B. Die Bahnhofsgebäude  Bussnang oder Tobel – Affeltrangen die im gleichen Baustill gebaut wurden, wie die Station von Matzingen bei der benachbarten Frauenfeld Wil Bahn. Mann merkt das die beiden Bahnen unter gleichen Führung stehen.

Bei einer Bahn gibt es immer was zu schrauben

Mthb mit gfm Triebwagen
Peter Sutter, Archiv Tramclub Basel

Alle Anlagen werden mit der Zeit wieder alt, so auch die vermeintlich moderne Bahn ist nach 25 bis 30 Jahren zeit für eine Modernisierung, so wurden die Trieb und Steuerwagen aus den 60er Jahren Mitte der 1980er Jahren einer grossen Revision unterzogen und erhalten ein grün cremé Farbkleid aufgespritzt. Zur Ergänzung der Züge wurden Leichtstahlwagen von den SBB übenommen. Weitere “neue” Fahrzeuge hatte die MThB von den GFM übernommen.

Nach rund 30 Jahren wurde die Fahrleitung der MThB umgebaut und zusammen mit den SBB in Weinfelden ein Fahrbares Unterwerk errichtet so konnte die Stromversorgung erhöht werden. Mit der Modernisierung der Fahrleitung wurde sie so umgebaut das auch Triebfahrzeuge der Deutschen Bahn auf der MThB verkehren können ohne das mit Schweizer Oberleitungsbügel gefahren werden muss. Durch diesen Umbau war es möglich Güterüge aus Deutschland direkt zum Bestimmungsort auf dem MThB zu führen.

 

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