Gelenktriebwagen erste Generation Thurbo ex MThB
Bild von: Jan Oosterhuis, MThB Bt, CC BY-SA 3.0

Die Strecke der Seelinie verläuft von Schafhausen via Stein am Rhein, Kreuzlingen Romanshorn nach Rorschach. Diese Strecke rückte in den 90er Jahren, des letzten Jahrhunderts in den Fokus der medialen Berichterstattung.

Die Bahnlinie war sicherlich kein Einzelfall, somit nichts ausergewöhnliches das eine Regionale Bahnlinie von einer Staatsbahn vernachlässigt wird und Jahr für Jahr höhere Defizite einfährt. Aber was sich von anderen Bahnlinien unterschied war das sich eine Privatbahn für eine Eisenbahnstrecke der Schweizerischen Bundesbahnen interessierte und die ganze Region stand hinter der Regionalbahn.

Zu diesem Zeitpunkt gab es in der Schweiz noch keinen Fall, das eine Private Eisenbahngesellschaft eine Strecke der SBB übernommen hat. Die Gesetzgebung sah nur den Rückkauf von Privatbahnen durch den Bund vor, aber nicht eine Privatisierung einer Bahnlinie.

Seelinie im Wettbewerb

Da bis anhin noch nie eine Bahnlinie in der Schweiz Regionalisiert wurde, musste zuerst Politisch für die Seelinie geworben werden. Nicht nur in den Betroffenen Kantonen, dort war die Sache klar für eine Regionalisierung, aber entschieden wurde in der Fernen Bundeshauptstadt Bern somit musste die Seelinie auf die Agende der Nationalen Politik gehievt werden. Nach längerem hin und her einigte sich die Politik und die Betroffenen Bahnen sich, das  für ein Teil der Seelinie Strecke einen Wettbewerb durchgeführt werden soll und die SBB und MThB sollen je ein Angebot dem Bund  für den Betrieb der Strecke unterbreiten.

Rosinenkuchen ohne Rosinen

Die Mittelthurgaubahn und die Schweizerische Bundesbahnen konnten für den Seelinien Abschnitt von Schaffhausen bis Romanshorn ein Angebot an den Bund abgeben. Das war schon recht revolutionär eine Bahnlinie vor der Liberalisierung des Bahnmarktes in der Schweiz in den Wettbewerb zu stellen.

Die SBB waren nur Bereit über den Abschnitt von Schaffhausen nach Romanshorn zu diskutieren, das war auch der abschnitt an dem Sie nicht gerade grosses Interesse an der Strecke hatten, der Abschnitts Romanshorn Rorschach, der doch einigen Güterverkehr aufweist, sowie als Umleitung Strecke für den Eurocity Zürich nach München dient und zuletzt würde die Thurtallinie der SBB vom SBB Depot in Rorschach das zu dieser Zeit noch in Betrieb war abgeschnitten werden. Das waren alles Gründe weshalb die SBB diesen den relativ kurzen Abschnitt behalten wollte. Das brachte der SBB einige Kritik ein und es wurde von Rosinen picken durch die SBB gesprochen.

Am Schluss  Siegt die Vernunft

Nach dem Zuschlag der Seelinie an die Mittelthurgaubahn einigten sich, die MThB und die SBB darauf zumindest einmal pro Stunde durchgehende Züge von Schaffhausen bis Rorschach durchzubinden. Die MThB Züge der Seelinie verkehrten im Auftrag der SBB auf dem Abschnitt Romanshorn Rorschach. Zum Ausgleich verkehrten SBB Züge auf der MThB Linie von Wil nach Weinfelden und wurde mit der Bischofzeller Linie verknüpft.

Auch wenn nicht die ganze Seelinie zur Mittelthurgaubahn übergegangen ist, profitierte auch der Abschnitt von Romanshorn nach Rorschach davon. Der Kanton bestelle für den Regionalverkehr einen Halbstundentakt bei den SBB, sie verknüpfte die Regionalzüge der Thurtallinie von Winterthur nach Romanshorn und ermöglichten der Bevölkerung einen umsteigefreie Zugsverbindung in die ferne Kantonshauptstadt Frauenfeld.

Zurück an die SBB

Nach dem Zusammenbruch der Mittelthurgaubahn fiel die Infrastruktur der Seelinie wieder zurück an die SBB. Das Erscheinungsbild der Stationen und Haltestellen unterscheiden sich recht stark von anderer SBB Regionallinien ab. Somit bleibt eine Erinnerung an die Mittelthurgaubahn erhalten.