Dieseltriebwagen MThB
Peter Sutter, Archiv Tramclub Basel

Da die Amtliche Kontrolle etwas länger dauerte als angenommen konnte die Einweihungsfeier am 18. Dezember 1911 von statten gehen. Ein Extrazug führ am frühen Wintermorgen von Konstanz nach Wil, wo die offizielle Einweihungsakt stattfand. Der Zug der mit den Gästen aus Konstanz ankam wurde mit Böllerschüssen und Musik begrüsst. Danach gingen die Gäste in die Tonhalle in Wil um an der offiziellen Feier teilzunehmen. Als alle Amtsträger Ihre Rede geschwungen haben Marschierten Sie zum Bahnhof und Bestiegen den Festzug.

Da die vier bei der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) in Winterthur etwas zu spät bestellt wurden und erst ende 1912 abgeliefert wurden, musste die Mittelthurgau Bahn den Betrieb mit gemieteten SBB Dampflokomotiven aufnehmen.

Der Eröffnungszug fuhr Pünktlich um 10:45 ab, der Zug bestand aus zwei geschmückten Dampflokomotiven und acht Nigel Nagel neue Personenwagen. In Konstanz wurde den Einfahrenden Festzug von Tausenden von Menschen Empfangen. In Konstanz fand ein weiterer Festakt statt, wo neben den Gästen aus der Schweiz, der Stadt Konstanz auch die Funktionäre, des Land Baden teilnahmen. Der Abschluss, dieses Eröffnungstag, bildete die Rückfahrt nach Weinfelden, wo weitere Reden im Traubensaal gehalten wurden.

Am frühen Morgen war grosse Aufregung  im Depot Weinfelden, ein Heizer manövrierte eine der Dampflokomotive die für den Festzug bestimmt zum kohlefassen, als er auf dem Rückweg wieder ins Depot fuhr konnte er nicht rechtzeitig Bremsen und rammte die westliche Depotmauer.  So musste in widerseile eine andere Dampflokomotive angeheizt werden.

Kurz vor Weihnachten, am 20. Dezember 1911 wurde der Betrieb offiziell aufgenommen, die erste Belastungsprobe der neuen bahn war schon am darauffolgendem Sontag. Die 2000 Passagiere konnte nur mit Unterstützung von der Schweizerischen Bundesbahnen, die der MThB Wagen lieh bewältigt werden.

Der erste offizielle Fahrplan der Mittelthurgau Bahn sah 6 durchgehende Zugspaare und je ein gebrochenes Reisezugpaar vor. Für den Güterverkehr war ein durchgehendes Zugpaar und ein weiteres Zugpaar nach bedarf auf der Kreuzlingen Seite. Der Betriebsmittelpunkt war und blieb bis zum Ende der Mittelthurgau Bahn Weinfelden.

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